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Jean Tinguely

Jean Tinguely

Freiburg/Uechtland 1925 -
Bern 1991


Am 22. Mai 1925 wird der Schweizer Bildhauer Jean Tinguely in Fribourg geboren. In Basel beginnt er nach der Schulausbildung 1940 eine Lehre als Schaufensterdekorateur in einem Kaufhaus. Tinguely studiert anschließend von 1941 bis 1945 an der Kunstgewerbeschule in Basel. Der Künstler entdeckt in diesen Jahren die Kunst Schwitters' und Klees und begeistert sich für das Bauhaus.
Tinguely beginnt sich 1944 mit räumlicher Bewegung in seinen maschinenartigen Skulpturen auseinanderzusetzen. Er stattet sie mit Elektromotoren aus und bringt sie so zu hohen Drehgeschwindigkeiten. Der Künstler siedelt 1951 nach Paris um und nimmt mit Robert Rauschenberg an internationalen Happenings teil. Dabei stößt er auf die lose formierte Künstlerguppe "Nouveaux Réalistes", an deren Ausstellungen er sich fortan beteiligt.
Bereits 1954 hat er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Arnaud. Jean Tinguelys Phantasiemaschinen mit programmierten Zufallselementen, die sogenannten "Métamatics", sind aufsehenerregend. Es sind Maschinen zur Herstellung von Zeichnungen oder aber sich selbst zerstörende Maschinen. Seine aus Eisenteilen zusammengeschweißten Konstruktionen stellen ironische Angriffe auf den Sinn des technischen Zeitalters dar.
An der Biennale in Paris nimmt Tinguely 1959 teil, wo er Kontakte zu der Gruppe "ZERO" knüpft. Internationale Anerkennung wird dem Künstler spätestens seit Mitte der sechziger Jahre zuteil. Jean Tinguely stellt beispielsweise zwischen 1964 und 1977 auf der "documenta" 3, 4 und 6 in Kassel aus.
1961 heiratet Jean Tinguely die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Mit der Künstlerin verbindet ihn fortan auch eine enge Zusammenarbeit. Die begehbare Frauenskulptur "Hon" im Moderna Museet installiert Tinguely mit ihr zusammen 1966 in Stockholm. In New York nimmt der Künstler im gleichen Jahr an der Ausstellung "The Machine" im Museum of Modern Art, teil.
Tinguely ist ein Jahr später auf der Weltausstellung in Montreal vertreten. Seine "Maschinen" werden 1968 erneut im Museum of Modern Art, New York, in der Ausstellung "Dada Surrealism and their Heritage" gezeigt. Das Museum of Contemporary Art in Chicago organisiert im gleichen Jahr die erste Retrospektive seiner Werke. 1972–73 findet, ausgehend von der Kunsthalle Basel, eine große Wanderretrospektive statt. Jean Tinguelys Tatkraft bleibt auch in seinen späten Jahren ungebrochen. 1980–81 realisiert der Künstler gemeinsam mit Niki de Saint Phalle den Brunnen "La Fontaine Stravinsky" in Paris.
Einige weitere Großprojekte verwirklicht Tinguely noch in den 1980er Jahren, beispielsweise Ausstellungen, Skulpturengruppen und Brunnen. Die Arbeiten des Künstlers haben die ganze Welt erobert.
Jean Tinguely stirbt am 30. August 1991 in Bern.

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